Laufbericht-Archiv 2004

31.10.2004
Volker Boch
31.10.2004
Dr. Heinz Klink
25.10.2004
Helmut Becker
16.10.2004
Volker Boch
14.08.2004
Volker Boch
09.05.2004
Wolf

 

 

31. Oktober 2004: Frankfurt-Marathon oder Wölfe in der Großstadt
Start Frankfurt Marathon 2004. Quelle: BochIm Ziel strahlte Heinz Klink (siehe unten) von Wolfs Running Team, denn der Jurist war gerade einen hervorragenden Eurocity Marathon zu Ende gelaufen, in guten 2:56:34 Stunden. Nach einer soliden ersten Hälfte in 1:27:39 legte das Teammitglied einen zweiten Halbmarathon nach, der beinahe genauso flink war wie der erste: 1:28:55. Ein sehr gutes Ergebnis zum Saisonabschluss der langen Laufsaison 2004. Ebenso gut meisterte Team-Läufer Kai Mengeling den Frankfurter Marathon, er wurde in 3:24:59 insgesamt 1399. Läufer unter den mehr als 10.000 Startern. Weniger zufrieden war im Ziel Christian Wolf, der sich weit mehr vorgenommen hatte als eine Endzeit von 3:25:03. Wolf war die erste Hälfte in 1:25:40 durchgelaufen, um in den Bereich einer Zeit von 2:50 zu gelangen. Ab der Hälfte verließen ihn aber bereits die Kräfte für dieses Vorhaben, wodurch letztlich nicht mehr als Platz 1404 heraussprang. Ebenfalls im Namen des Teams unterwegs war Steffen Reister in 3:40:05. Diese Zeit brachte für ihn Rang 2484. Bald beginnen für die Frankfurter Teilnehmer und den Rest der Mannschaft die Cross- und Wintersaison und damit eigentlich auch schon das neue Laufjahr 2005. (Bericht: Volker Boch)

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Frankfurt Marathon 2004: Heinz Klink wird ein "Sub Three"!

Heinz Klink nach den 42,194 Kilometer. Quelle: http://www.live-sportphotos.com/Einsam können die Wölfe des Wolfs Running Team in diesem Jahr in der Frankfurter Innenstadt nicht gewesen sein, waren doch über 10.360 Läufer, 2.556 Staffelläufer, 1.288 Mini-Marathonis, 934 Skater und 97 Handbiker am Start. Umso mehr freue ich mich über meinen Platz 267 in der Gesamtwertung und Platz 50 in meiner Altersklasse M40. Am meisten aber über die durchbrochene 3 h-Schallmauer in der neuen persönlichen Bestzeit von 2:56:34 h.
Nach meinem Marathondebut beim ersten, sehr heißen Gutenberg-Marathon im Mai 2000 nach nur etwas mehr als 9 Monaten systematischen Trainings und der Zeit von 3:51:52 h zog es mich schon im Herbst des Jahres 2000 auf den bekannt schnellen Kurs in Frankfurt. 3:30 h wollte ich damals unterbieten und 3:16 h sind es geworden. Ein Jahr später lief ich erneut in Frankfurt eine 3:01:07 h und war schon etwas geknickt, mein Ziel, ein "Sub Three" zu werden, so knapp verfehlt zu haben.

Trainingsumstellung für das große Ziel Sub Three

Aber diese eine Minute und sieben Sekunden waren Ansporn genug, es wieder zu versuchen. Trainingspläne wurden in Seesen geordert und Intensität wie Umfänge erhöht. Im Jahr 2002 waren das kalte und regnerische Wetter im Oktober in Köln nicht geeignet, unter 3 h zu laufen. Mit 3:03:56 h fuhr ich wieder nach Hause, um es im Mai 2003 in Mainz erneut zu versuchen: 3:10:23 h wurden es damals und so folgt auf Grund beruflicher Verpflichtungen in den USA im Oktober 2003 der erste Meilen-Marathon in Ft. Collins, Colorado. Aber Zeitumstellung und andere Ernährung verhinderten eine neue Bestzeit, so dass ich mit 3:08:28 h nicht, wohl aber mit Platz 14 zufrieden war.
Für dieses Jahr wurden also nach gravierenden persönlichen Veränderungen auch die Trainingsumstände und die Saisonplanung überprüft und geändert: Nur noch ein Marathon im Herbst und Verbesserung der Grundschnelligkeit durch 10 km- und Halbmarathonrennen im Frühjahr und Sommer sollten nun mit systematischer Unterstützung des Trainers des TV Waldstraße, Wiesbaden, zum Erfolg führen. Ein erster Erfolg trat bereits beim Frühlingslauf in Groß-Gerau ein, als ich meine Bestzeit über 10 km um über eine Minute verbesserte. Beim Halbmarathon gelang dies nicht ganz, aber auf einigen krummen Strecken. Ich startete daher zuversichtlich in die 8-wöchige unmittelbare Marathonvorbereitung, trainierte eher weniger als früher und ließ Plan auch mal Plan sein, wenn berufliche oder private Verpflichtung bestanden. Dann kam mit einer erneuten 10 km-Bestzeit im Oktober der letzte Motivationsschub für den Frankfurt-Marathon 2004.

Start Frankfurt Marathon 2004. Quelle: Boch"Keine Ausreden"

"Heute gibt es keine Ausreden" bemerkte ich am Morgen des Starts zu meinem Lauffreund Frank Zimmermann vom TV-Hechtsheim, der ebenfalls mit Ambitionen die 42,2 km unter die Füsse nehmen wollte. Vorbereitung, Ernährung und Wetter waren optimal. Und wer die Gespräche von Läufern vor dem Start kennt, bei denen man eher denken kann, man befinde sich im Besucherzimmer eines Krankenhauses als in einer Startaufstellung, der weiss, dass dann auch Taten folgen müssen. Tolle neue Wettkampfschuhe hatte ich mir wenige Wochen zuvor nach eingehender Beratung durch Wolfs Running World besorgt und eingelaufen. Außerdem hatte ich mit meiner Freundin, die in der riesigen Läufermenge ihrem Marathondebut entgegenfieberte, vereinbart, dass wir zusammen unter 7 h laufen. Sie Sub Four und ich Sub Three.
Eine 2:55 h stand auf der Marschtabelle und die ersten 15 km wollte ich bei diesem Lauf unbedingt langsamer und vorsichtiger beginnen. Deshalb stand ich auch nicht im ersten Asics-Startblock, obwohl ich da hätte stehen dürfen, im Gegensatz zu einigen anderen, wie sich später zeigte, sondern in der Mitte des zweiten Skodablocks und brauchte so ziemlich genau eine Minute bis es auf der Startlinie richtig los ging.

Die ersten Kilometer laufen gut

4:35 min zeigte die Uhr bei Km 1, gefolgt von 4:25 min für Km 2. So sollte es sein. Es wäre im Gewühl auch nicht schneller gegangen, ohne Kraft zu verschwenden. Die ersten 5 km absolvierte ich in 21:25 min, um dann doch etwas übermütig zu werden. Die nächsten 5 km waren mit 20:11 min nämlich etwas zu schnell. Also war Mäßigung angesagt, was mir zum Glück auch gelang. Nun hatte ich mein Wunschtempo erreicht: 4:08 min/km plus/minus 1 oder 2 s zeigte meine Uhr auf den nächsten Kilometern und das waren ja noch einige.
Bei Km 13 überholte ich den 2:59 h Zug- und Bremsläufer und habe mir geschworen, den nicht mehr vorbei zu lassen. Ich habe ihn auch nicht mehr gesehen. Jeder Kilometer braucht mich dem Ziel in der Festhalle, das ich als Foto schon seit Wochen am Spiegel im Bad hängen hatte und meinem persönlichen Ziel näher. Ich lief wie ein Uhrwerk. 20:55 min; 20:40 min und 20:30 min waren die Zeiten der nächsten 5 km Splits. Den Halbmarathon wollte ich nach 1:27:30 h passieren - es waren nur 9 s mehr.

Start Frankfurt Marathon 2004. Quelle: BochDas Überholen nimmt kein Ende

Dann kamen mir allmählich bekannte Läufer entgegen, die alle vor mir gestartet waren und nun von mir ebenso wie viele andere überholt werden konnten. Überhaupt war ich bis Km 35 beständig am Überholen und habe nur mal bei Gegenwind kurz den Schutz einer Gruppe gesucht, um sogleich wieder mein Tempo fortzusetzen. Kai Mengeling und Christian Wolf aus dem Team passierte ich um die Halbmarathon-Marke. In Höchst tauchte mein Namensvetter Ralf Klink auf, kurzer gegenseitiger Versuch des Aufmunterns, und weiter ging es, dem Ziel entgegen. Jetzt bereits auf dem Rückweg, wo lediglich der erhoffte Rückenwind auf der Mainzer Landstraße fehlte.
Die nächsten beiden Splits waren wohl durch geringe Steigungen und Wind mit 20:54 min bis km 30 und 21:04 min bis km 35 minimal langsamer. Aber laut meinem Trainer Günter Jung und Lauffreund Siggi Quoika, die plötzlich als Jogger auf der Strecke auftauchten, um ihre Schützlinge aufzumuntern, sah ich noch gut aus, obwohl ich mich jetzt schon gehörig anstrengen musste, um die Zwischenzeiten zu halten.
Einem Energieschub in Form einer Pastennahrung bei km 30 und einem Becher Wasser an jeder Verpflegungsstelle hatte ich es wohl auch zu verdanken, dass immer noch Kraftreserven vorhanden waren. Außerdem rechnete ich im Kopf nur bis km 40, den ich nach weiteren 21:42 min für 5 km erreichte und sagte mir, dass ich die letzten beiden Kilometer alleine mit Hilfe der Zuschauer schaffen werde. Der rote Teppich in der Festhalle zog mich magisch an.

Endlich: "Sub Three" ist sicher

Nach dem Messeturm suchend blickte ich mich in der Innenstadt um und wusste zu diesem Zeitpunkt bereits, dass mir eine 2:XX h nicht mehr zu nehmen war. Letzte Reserven mobilisierend rannte ich über die alte Zielgerade, bog beim Messeturm scharf links ab, scherte etwas nach rechts aus, damit die Streckenfotografen auch das Logo des Sponsors Wolfs Running World gut ablichten konnten und tauchte in das warme Halbdunkel der Festhalle ein.
Jetzt gab es kein Halten mehr. Die Beine liefen diese wenigen Meter von alleine. Reine Freude überkam mich, der Streckensprecher dröhnte in den Ohren, Blitzlichter, Strahler, Großbildleinwand, die Zieluhr mit den riesigen Ziffern 2:5.:.. h, Arme hoch, erst einer, dann beide ....
Wann ich auf meine eigene Uhr gedrückt habe, weiss ich gar nicht mehr. Auf das Zielfoto bin ich jedenfalls gespannt. Erst außerhalb der Festhalle, als mir eine nette junge Dame meine Medallie umhängte, kam ich wieder richtig zu mir. "Sub Three". 2:56:34 h. Das war der erhoffte Lohn für die letzten Wochen und Monate. Komplettiert wurde dieses Läuferglück, als ich meine Freundin Annett Johne ziemlich genau eine Stunde später die letzten 500 m laufend begleiten konnte und die Uhr bei ihr eine 3:56:51 h anzeigte. Sub Four. Also zusammen Sub Seven. Der Hamburg-Marathon im April 2005 kann kommen ...

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25. Oktober: Helmut Becker beim 1. Internationaler TUI Marathon auf Palma de Mallorca

Helmut Becker bei seinem ersten Marathon. Quelle: http://www.live-sportphotos.com/Ich laufe seit 16 Jahren und bin schon bei den verschiedensten Wettkämpfen gestartet. Ein Marathon zählte bisher noch nicht dazu. Es ist ja nicht immer leicht, den Reiz des Laufens zu erklären. Fast noch schwieriger wurde es aber, wenn ich versuchte den Grund für meine Abstinenz auf dieser Strecke zu erläutern. Vor allem wenn man Projekte wie z.B. „Von Null auf 42“ sieht, bei denen der Trend aufgenommen wird, die Läuferkarriere gleich mit der sicher größten Herausforderung zu starten und alles ja ganz easy und locker sei. Es konnten nur wenige verstehen, wenn ich sagte, daß es mich bisher nicht gereizt hatte und ich einen Leistungsanspruch habe, d.h. wenn ich einen Marathon laufe würde, dann wollte ich versuchen, unter 3 Stunden zu kommen. Dieser Anspruch würde für mich bedeuten, in den acht Wochen der Hauptvorbereitung zum Teil über 100km die Woche zu trainieren und vor allem an den Sonntagen Läufe an bzw. über 30km machen zu müssen. Dazu hatte ich einfach keine Lust.
Woher dann der Wandel? Im Running-Team und meinem Verein (TV Waldstraße in Wiesbaden) unterhielten sich immer mehr Leute um mich über Ihre Marathonerfahrungen. Irgendwie wollte ich dann doch selber herausfinden, wie das so ist. Ich hatte schon damit geliebäugelt, in Mainz in diesem Jahr den ersten Marathon anzugehen, dann aber den Halben gelaufen, weil im Frühjahr eine längere Erkältung die gewünschte Vorbereitung nicht zugelassen hat. Im Juni erzählte mir dann ein Arbeitskollege, daß er am 24. Oktober beim ersten TUI-Marathon in Palma de Mallorca starten würde. Mir gefiel der Gedanke, dort zu laufen, denn Mallorca ist ja für das im Vergleich zu Frankfurt, was die andere Alternative gewesen wäre, stabilere Herbstwetter bekannt. Ich erzählte meiner Freundin davon und sie meinte nur, daß ich es selber wissen müßte. Am 3. Juli schenkte Sie mir den Lauf und eine anschließende Woche Urlaub zum Geburtstag. Es wurde also Ernst.
Ende Juli und Anfang August stand aber erstmal eine „Pause“ auf dem Programm. Ich bin ruhige Einheiten gelaufen und habe einige Runden mit dem Rennrad gedreht, nur Tempo war nicht angesagt. Dann sind wir noch eine Woche zum Wandern nach Österreich gefahren. In der Woche darauf habe ich die eigentliche Vorbereitung für den Marathon eingeläutet mit meinem Start beim Blankeneser Halbmarathon am 22.08. Wer der Meinung ist, daß es in Hamburg keine Hügel gibt, sollte sich Blankenese genauer anschauen. Ich war selber erstaunt, wo es da überall rauf ging und vor allem wie viele Treppen wir hochklettern mußten. Mit der Zeit von 1:19:50 war ich dann auch sehr zufrieden, wobei ich immer noch nicht sicher weiß, ob die Strecke offiziell vermessen ist, ich denke aber, daß sie zu kurz ist.
Im Training wurden die Einheiten in den folgenden Wochen am Sonntag immer länger und vor allem der TDL-Anteil (z.B. 10 km im Marathontempo) nahm zu. In den 8 Wochen der Hauptvorbereitung lief ich etwas über 700 km, wobei auch eine Woche mit 120 km dabei war. Günter Jung, mein Trainer, hatte mir da ein paar ganz nette Sachen zusammengestellt. Das Training zielte darauf ab, den Marathon im 4er Schnitt zu laufen.
Der Zwischentest für den Marathon war der Halbmarathon in Niederrodenbach am 26.09. Bei ca. 9°C und feinem Nieselregen wollte ich meine Zeit aus Mainz unterbieten und eine 1:17 laufen. Am Ende war es dann fast bis auf die Sekunde gleich mit der Mainzer Zeit: 1h18:07. Im Ziel habe ich geflucht, daß es wieder so knapp war. Ich habe mir aber keine so großen Gedanken gemacht, weil ich wußte, daß die Vorbereitung hart und ich in Mainz ausgeruhter am Start war, von den Bedingungen ganz abgesehen.
Als letzte Belastung vorm Marathon stand eine Woche vorher ein 10km Wettkampf auf dem Plan, wobei es nicht darum gehen sollte eine neue Bestzeit zu laufen, sondern einen letzten Impuls zu setzen. Ich bin dann in Offenbach am 17.10. beim Mainuferlauf gestartet. Bei ca. 8°C und böigem Wind, dafür regnete es im Unterschied zu Niederrodenbach nicht, bin ich 36:47 gelaufen, also im Plan.
Freitag den 22.10. sind wir dann kurz nach 6 Uhr nach Mallorca geflogen. Da ich vorher schon immer ganz neugierig das Wetter verfolgt habe, war ich auch nicht überrascht, daß wir im Laufe des Tages 26°C hatten. Wollte ich gerade wegen des besseren Wetters in Palma starten, schien es nun sogar zu gut zu werden.
Samstag haben wir dann unsere Unterlagen auf der Läufermesse abgeholt und uns nochmal versichert, daß der ursprünglich geplante Start für den Marathon von 11h auf 9h30 vorverlegt worden war. Dies geschah weniger aus Rücksicht auf uns Läufer, sondern weil sich für den Marathon und den Halben deutlich weniger Läufer angemeldet haben (zusammen ca. 2000), als sich die TUI wohl erhofft hatte. Deswegen gingen beide zusammen an den Start. Die Wettervorhersage für Sonntag versprach eine nochmalige Steigerung, obwohl es am Samstag gegen Mittag schon 28°C waren.
Sonntag sind wir dann schon um 7h30 zum Start gefahren, weil dieser ca. 5 km entfernt oberhalb vom Ziel beim Stadion Son Moix lag. Die ganzen Zufahrtswege sollten um 8h gesperrt werden und ich hatte Angst dann zu sehr in Stress zu geraten, wenn wir irgendwelche Umwege suchen müssen.
Ich machte mir seit Freitag auch die ganze Zeit Gedanken, wie ich den Lauf angehen sollte. Denn jeder hatte mich vor dem typischen Fehler gewarnt, zu schnell anzugehen. Da sich die Wettervorhersage zu bewahrheiten schien (es waren beim Sonnenaufgang schon über 20°C und keine Wolke am Himmel), hatte ich mein ursprüngliches Ziel unter 2h50 zu laufen auch schon als erledigt betrachtet. Letztendlich beschloß ich am Morgen trotz aller Warnungen nach Gefühl zu laufen.
Als um 9h30 der Startschuß fiel, ging es erst mal darum, dass ich mich im Feld einsortierte. Die ersten Halbmarathonis sind natürlich sehr flott angegangen, aber das war eh eine andere Liga (der Sieger ist eine 1h12 gelaufen). Ich habe dann bei Kilometer 2 die erstplatzierte Frau gesehen und gedacht, dass ich da mitlaufe, da sich eine recht große Gruppe von 10 Läufern gebildet hatte und ein gleichmäßiges Tempo mit einem Schnitt von knapp über 4 min gelaufen wurde. Bei jeder Verpflegungsstation, die ca. alle 4 km waren, habe ich mich mit Wasser versorgt, wobei es hier in 0,33er Plastikflaschen gereicht wurde, aus denen sich natürlich viel besser trinken lässt im Vergleich zu den bei uns üblichen Bechern.
Die ersten Kilometer waren recht trist, weil es spiralenförmig durch die Industrieansiedlungen ging und wir daher viele Schlaufen liefen. Tendenziell ging es bergab und wir erreichten nach ca. 6 km den Innenstadtbereich. Im Vergleich zu Mainz oder auch dem Cup Da Franco in Darmstadt war das Zuschauerinteresse doch eher gering. Die Anfeuerung hat schon etwas gefehlt. Dies lag zum Teil wahrscheinlich auch daran, daß 90 Prozent der Starter Deutsche waren und so die Identifikation/Verbundenheit etwas gefehlt hat.
Im Schatten der Stadt waren es immer noch knapp über 20°C, so dass es doch einigermaßen angenehm war. Die ersten 10 km legte ich in 40:12 zurück. Ungefähr bei Kilometer 14 ging es dann auf die Hauptuferstraße in Palma, die wir zuerst in westlicher Richtung liefen. Es gab ab dort dann keinen Schatten mehr und die Sonne brannte immer stärker, am Ende hatten wir sogar über 30°C. Bei Kilometer 20 war ich nicht ganz 1h21 unterwegs und es ging noch ganz gut. Die führende Frau hatte ich ungefähr an dieser Stelle ziehen lassen, weil mir deren Tempo zu hoch wurde (am Ende war sie nicht ganz eine Minute vor mir).
Beim Halbmarthon mußten wir einen Hügel hoch und kurz dahinter wendeten wir, um die Ufer/hafenstraße zurück Richtung Osten zu laufen. So langsam gingen dann auch die Kilometersplits rauf. Vor allem bei den Verpflegungsstellen nahm ich mir jetzt noch mehr Zeit. Ich versuchte mir nicht nur das Wasser über den Kopf zu schütten und an den Flaschen zu nippen, sondern richtig zu trinken. Mein Magen hat zum Glück mitgespielt, aber außer Wasser gönnte ich ihm nichts.
Von Kilometer 20 bis 30 benötigte ich schon etwas über 42 min. Ca. bei Kilometer 30 waren wir am östlichsten Punkt angelangt und es ging wieder zurück auf der Hafenstraße Richtung Palma. Wir mußten aber noch einmal am Ziel vorbei, und es ging wieder auf das Stück, was wir schon ab Kilometer 14 gelaufen sind. Der gefürchtete Hammer blieb zum Glück aus, aber die Beine waren schon ausgelaugt und schwer. Im Grunde habe ich auf den letzten 12 km nur noch gerechnet, was für Kilometersplits ich mir leisten kann, um doch noch unter 3h zu bleiben. Als dann aber für den Kilometer 37 eine Zeit von 4min54 auf meiner Uhr stand, habe ich mich zusammengerissen (quäl dich du Sau) und bin dann bei Kilometer 40 in 2h47:48 durch. Ich habe somit für den vierten 10er fast 45 min gebraucht. Trotzdem habe ich auf dem Stück noch mehrere Läufer überholt.
Die letzten 2,2 km waren dann in etwas über 9 min rum, so daß ich mit 2h57:08 ins Ziel kam (Gesamt 14ter bei den Männern). Sicherlich war auch ein gewisser Stolz dabei, es unter den Bedingungen geschafft zu haben (ca. ein Viertel der Starter soll den Lauf abgebrochen haben), aber hauptsächlich war ich nur froh, daß es vorbei war.
In den nächsten Tagen war an Laufen nicht zu denken, da ich kaum die Treppen runter gekommen bin, oder auch Probleme hatte, mich zu setzen. Aber so nach 4 Tagen wurde es wieder besser. Inzwischen spiele ich schon wieder mit dem Gedanken noch mal einen Marathon zu laufen, aber noch ist noch nichts Konkretes herausgekommen.
Helmut Becker

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16. Oktober 2004: Nieder-Olmer Triathlet punktet in Kailua Kona auf Hawaii

Alex Nicolai beim Zieleinlauf auf Hawaii. Quelle: NicolaiWährend an der Spitze mit den beiden Siegern Normann Stadler (MTG Mannheim) und Nina Kraft (Braunschweig), die ihre Platzierung auf Grund eines positiven Doping-Testes im November wieder abgeben musste, zwei Deutsche die Zeichen setzten beim Ironman auf Hawaii, beeindruckte auf den Rängen dahinter der Mainzer Athlet Alexander Nicolai mit einem herausragenden Ergebnis. Der Dreikämpfer von Wolfs Running Team wurde 40. der Gesamtwertung der Weltmeisterschaften im Ironman-Triathlon.
Nicolai war noch im vergangenen Jahr 58. der Gesamtwertung und wurde damit in 9:22:14 Zweiter der Alterklassen-Wertung M25. In diesem Jahr war der Wettkampf über 3,8 Kilometer Schwimmen im Pazifik, 180 Kilometer Radfahren durch die Lavawüste Hawaiis und 42,195 Kilometer Laufen durch Hitze um 40 Grad und enorme Luftfeuchtigkeit besonders schwer: zum einen durch eine bislang unerreichte Topbesetzung im Männer-Rennen, zum anderen durch brutale Windverhältnisse auf der Radstrecke.
Alex Nicolai auf dem Fahrrad. Quelle: NicolaiVorne trat Normann Stadler mit roher Kraft einen unglaublichen Radsplit von 4:37, der zehn Minuten schneller war als der des zweitbesten Radlers Kai Hundertmarck aus Bremthal bei Wiesbaden. Hundertmarck war aufgrund seiner Vergangenheit als Radprofi angesichts der schwierigen Windbedingungen wesentlich stärker eingeschätzt worden als die besten Rad fahrenden Triathleten. Äußerst stark auch der Radauftritt des Nieder-Olmers Nicolai: in 5:20:35 absolvierte er, gemessen an den anspruchsvollen Bedingungen, eine sehr gute zweite Teildisziplin. In 58:03 Minuten hatte der 29-Jährige zuvor die aufgewühlte Bucht von Kailua Kona durchpflügt, gemeinsam mit dem Kasteler Kollegen Gerrit Riemer.
Alex Nicolai beim Marathon. Quelle: NicolaiDiese beiden, von denen der erfahrene Riemer im vergangenen Jahr in 9:10:21 als 38. der bessere gewesen war, blieben auch auf dem Rad zusammen und erreichten nach 180 Kilometern über flimmernde Highways die zweite Wechselzone. Im abschließenden Marathon konnte Nicolai dann mehr Kräfte mobilisieren und eine herausragende 3:11:50 abrufen, während Riemer zehn Minuten länger benötigte.
Zwei Minuten nach Kraft (9:33) war Nicolai in 9:35:28 im Ziel, auf dem 40. Rang eines Weltklassefeldes. Damit wurde er Dritter seiner Altersklasse M25 und achtbester Amateur. Eine herausragende Leistung.
Volker Boch

 

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14. August 2004: Mitteldistanz-Triathlon in Kulmbach

Hätte es bei der internationalen Deutschen Triathlon-Meisterschaft über die Mitteldistanz (2,2 km Schwimmen, 90 km Radfahren, 21,1 km Laufen) ein Team Wolf gegeben, wären die Mitglieder von Wolf’s Running Team Uwe Diether, Volker Boch und Christian Wolf ganz weit vorne gelandet in der DM-Wertung. Mit glänzenden Resultaten kehrten Diether und Wolf für den TCEC Mainz und Boch für den VfR Simmern aus dem bayerischen Kulmbach zurück. Damit setzten diese drei die herausragende Serie von Ergebnissen fort, die Teamkollege Alex Nicolai Anfang Juli beim Ironman Schweiz in Zürich begonnen hatte.
Nicolai hatte sich nach seinem Ausstieg beim Ironman Frankreich im Juni in Gerardmere in der neuen persönlichen Bestzeit von 9:18:54 Stunden für die Weltmeisterschaften auf Hawaii qualifiziert. Nach 55:39 Minuten Schwimmen, 5:01:12 Stunden Radfahren und 3:19:22 Stunden Laufen hatte Nicolai die Distanz von 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen hinter sich gebracht, als 20. im Züricher Klassefeld.
In der Breite noch etwas dichter besetzt war die Mitteldistanz-DM in Kulmbach. Mit jeweils ordentlichen, aber mit den Spitzenleuten nicht vergleichbaren Zeiten waren Diether und Boch beinahe gleichzeitig nach 32:45 bzw. 32:53 Minuten aus dem Wasser gekommen. Auf dem Rad fuhr zunächst Diether etwas nach vorne, bis ihn sein Teamkollege bei Streckenhälfte wieder eingeholt hatte. Gemeinsam kamen beide nach 2:33:09 (Diether) bzw. 2:32:57 in die Wechselzone, ihre Zeiten waren angesichts von Regen und Wind und einer Strecke mit vielen Anstiegen sowie Überlänge sehr gut. Beim Laufen setzte sich zunächst Boch etwas ab, dachte auf dem Zwei-Runden-Kurs an eine schnelle zweite Hälfte, die ihm jedoch eine brachiale Steigung zu Rundenende verdarb. Bei Kilometer zwölf flitzte Diether dann am Kollegen vorbei und hielt den Vorsprung bis ins Ziel. Uwe Diether lief 1:26:06 und wurde in 4:32:00 38. hinter Gesamtsieger Timo Bracht (Mannheim/4:08:14). Boch absolvierte die Laufstrecke in 1:26:39 und folgte als 40. in 4:32:29.
Christian Wolf war in der Altersklasse M40 zwei Minuten hinter dem Hauptfeld ins Rennen gegangen und musste sich beim Schwimmen zunächst etwas durch die langsamen Akteure der zuvor gestarteten Gruppe wühlen, was in 33:59 gut gelang. Auf dem Rad ließ der Gonsenheimer eine 2:44:02 folgen. Anschließend setzte Wolf, der bei der Langdistanz im fränkischen Roth am ersten Julisonntag noch enttäuscht über seinen abschließenden Marathon gewesen war, eine 1:32:15 drauf. Er kam in Kulmbach als 102. des Gesamteinlaufs in 4:50:16 Stunden ins Ziel.
Volker Boch

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9. Mai 2004: Mainz Marathon

Wolfs Running Team war beim Mainzer Marathon ausgesprochen erfolgreich: Mario Müller wurde auf der vollen Distanz in 2:36:23 Stunden nicht nur schnellster Mainzer, sondern auch zweitbester Deutscher auf dem achten Gesamtplatz.
Bernd Michel erreichte in 2:54:42 Stunden als 51. das Ziel. Im Halbmarathon wurde Volker Boch ebenfalls Achter in 1:15:21 Stunden, Helmut Becker kam in 1:18:05 auf Rang 19. Christian Wolf folgte in 1:19:28 Stunden wenig später als 27. des Gesamteinlaufs, Wolfgang Kleineidam wurde in 1:21:03 37., Peter Semmel gewann in 1:21:49 seine Altersklasse M50 klar. Heinz Becker komplettierte das gute Ergebnis von Wolfs Running Team als 83. in 1:25:16 Stunden.
Ein guter Einstand in die neue Saison!

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